Wie es begann

Ich begrüße Sie ganz herzlich auf der Homepage der Kinderhilfe.
Es ist mir ein großes Anliegen, den benachteiligten jungen Menschen in Russland ein würdevolles, liebe- und lichtvolles Leben zu gewährleisten und bitte alle um ihre Unterstützung.

Die Vorgeschichte

Der gemeinnützige Verein „Jana Haas – Kinderhilfe in Russland e.V.“ wurde 2010 von mir ins Leben gerufen. Anlass war der Besuch einer Kinderklinik in Jaroslawl. Mit dem befreundeten Arzt, der uns führte – nur so war der Besuch überhaupt möglich – standen wir in der Frühgeborenenabteilung zwischen den Brutkästen mit den winzigen Wesen. Der Arzt erwähnte, dass viele dieser Kinder von ihren Müttern verlassen worden seien und ins Heim kämen; denn in Russland müssen bei einer Geburt die Personalien nicht angegeben werden, die Mütter (meistens Alleinerziehende, Verzweifelte, Alkoholikerinnen) können verschwinden und ihr Neugeborenes einfach liegen lassen. Das komme oft vor, insbesondere bei kranken und behinderten Kindern. Und in diesem herzerschütternden Augenblick beschloss ich, mich für benachteiligte Kinder in Russland einzusetzen.

Im Heim werden die behinderten Kinder zwar körperlich versorgt, erreichen aber in der Regel nicht einmal das zwanzigste Lebensjahr. Der Zutritt zu diesen Heimen ist nur dem Personal gestattet. Verbreitet ist die Ansicht, behinderte Kinder seien minderwertig, ja sogar seelenlos und eine Strafe Gottes. Daher sieht man in der Öffentlichkeit niemals Behinderte. Wenn sie nicht in Heimen weggesperrt sind, werden sie von der Familie schamhaft unter Verschluss gehalten. Sie haben also keinen Platz im Leben der Gesellschaft, sie stehen in der Ecke – buchstäblich „mit dem Gesicht zur Wand“.

Das Zusammenfinden

„Mit dem Gesicht zur Welt“ (Лицом к миру - Lizom k miru) – das ist Name und Programm einer Initiative russischer Eltern, die die Ausgrenzung ihrer Kinder nicht mehr hinnehmen. Zwanzig entschlossene und tatkräftige Eltern haben 2012 den Verein „Lizom k miru“ gegründet -  inzwischen umfasst er über 350 Familien! „Wir wollen unseren Kindern eine würdige Zukunft sichern!“ Das ist der Antrieb der Eltern. Denn: „Die Behinderten sind gezwungen, nach dem Abschluss der Förderschule zu Hause zu sitzen, da es in unserem Land kein betreutes Wohnen gibt. Nach dem Tod der Eltern werden die Kinder in staatliche Heilanstalten eingewiesen, in denen sie ohne Perspektive dahinvegetieren. Eine solche Zukunft wünschen wir unseren Kindern nicht!“ Aber was tun, wenn die finanziellen Mittel dürftig sind und der Staat sich für nicht zuständig erklärt?

Dank der Waldorfschule Jaroslawl fanden die Initiative von Jana Haas und der russische Verein „Lizom k miru“ zusammen. Zunächst finanzierte die „Jana Haas Kinderhilfe“ (JHK) die Ausbildung einer Sonderpädagogin, die nun mit einem angemessenen Gehalt fest angestellt ist und die Kinder nicht nur beschäftigt, sondern erfolgreich fördert. Im April 2014 lud die JHK drei Mütter aus Jaroslawl an den Bodensee ein, darunter Natalja Shushnewa, die Initiatorin von „Lizom“. Eine Woche lang besuchten sie die vorbildlichen Camphilleinrichtungen rund um Überlingen. Zunächst waren sie stumm und deprimiert: „Das ist bei uns unmöglich, sowas geht nur in Deutschland, wo der Staat hilft. In Russland ist das nicht machbar. Aber es ist unser Traum!“